Kunststoffe – eine ganz natürliche Umwelt März 29th, 2010

Kunststoffe werden immer beliebter. Anstatt Material aus der Natur zu verwenden, nutzen Menschen mehr und mehr Ersatzstoffe, die sie selbst produziert haben. Plexiglas und Polycarbonat sind nur zwei Beispiele, an denen im Alltag fast niemand vorbeikommt.
Polycarbonat, kurz PC, ist ein synthetisches Polymer und gehört zur Familie der Polyester. Hergestellt wird es entweder durch die Polykondensation von Phosgen mit Diolen oder durch eine Umesterung mit Kohlensäurediestern.
Der Kunststoff wurde 1953 von Hermann Schnell, der zur Bayer AG gehörte, entwickelt. Seitdem erlebt das Material einen echten Boom. Es kommt in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz. Und das, obwohl es deutlich teurer ist als andere Kunststoffe. Deswegen wird es eigentlich nur verwendet, wenn die anderen Materialien zu weich sind, zu schnell zerbrechen würden, Kratzern nicht Stand halten könnten, zu wenig formstabil wären oder nicht klar genug sind.
Einsatzgebiete sind zum Beispiel CDs und DVDs, Brillengläser, Leuchtenabdeckungen, Elektro- und Apparateteile, optische Linsen, KFZ-Scheiben und Flugzeugfenster. Außerdem wird es genutzt, um Industrietore gegen einen Einbruch zu schützen. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind das Unterwassergehäuse für Kameras, Verpackungen, Flaschen, Schutzhelme, Visiere, Vordächer, Wintergärten und Solarpanels. Im medizinischen Bereich wird es für die unterschiedlichsten Einmalprodukte benutzt.
Jedes Jahr werden etwa 2,2 Millionen Tonnen Polycarbonat verbraucht. Trotz der vielen Einsatzmöglichkeiten und des häufigen Gebrauchs hat das Material nur einen Anteil von 1,3 Prozent am gesamten Kunststoffverbrauch. Daran kann man sehen, wie abhängig die Welt von den industriell gefertigten Materialien ist. Müssten die Menschen wieder ausschließlich auf natürliche Rohstoffe zurückgreifen, wären die wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht. Und der Lebensstandard würde von einem Moment zum nächsten rapide sinken.

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